Topographie der Gemeinheit
Konzeptentwurf Christoph Schäfer, Stand: 2010; Eröffnung der dreiteiligen Installation: 4. Mai 2012
Vom Recht auf die Allmende zu sprechen, wenn es mir eigentlich
um die Wiedergewinnung von Nutzungsrechten an verschmutzten,
zersiedelten zerwalteten Relikten von Gemeinheiten geht, wäre zu eng.
… So bleibe ich also bei der ,Gemeinheit’“
Vom Recht auf Gemeinheit, Ivan Illich 1982

Mit dem Wald Samer Rott hat sich in der Grafschaft Bentheim eine der letzten Allmenden, eine Form (vor-)mittelalterlichen Gemeineigentums, erhalten: der Wald wird bis heute von den umliegenden Bauern gemeinschaftlich genutzt.
Meine Arbeit zeichnet eine Topographie in der Entwicklung dieser Eigentumsverhältnisse nach. Signifikante Orte werden markiert und mit der Geschichte der sozialen Kämpfe verknüpft, die in der Gegend um die Vechte mit besonderer Schärfe ausgetragen wurden.
Diese spezielle und schmerzvolle Geschichte ist in die lokale Legende von "Anna Holmer und dem Wiedertäufer" eingeflossen. Drei Intervention bringen Orte dieser dramatischen Legende mit der allgemeinen Geschichte der Einführung des Privateigentums und der Abschaffung des "Gemeinen" (wie des Widerstandes dagegen, und seiner künstlerischen Bearbeitung), in Verbindung: die "Topographie der Gemeinheit".
Orte:
- der Kampwall, (Eschringwall), eine Wallhecke die den Gemeinbesitz des Samerrotts vom Privatgrund abgrenzt, zugleich Feld von Wald trennt;
- der Rabenbaum mitten im Samerrott, ursprünglich der Thing-Platz, also Treffpunkt und Ort der Selbstverwaltung der Mahlbauern und des "Holzgerichts", an dem über die gemeinsame Nutzung des Waldes entschieden wurde;
- der Hof Schultze Holmer, eines der Mahlbauern, dessen Gebäude noch aus dem 16. Jahrhundert erhalten sind.
Walk - Raumzeitkarte
Die drei Orte werden durch einen Spaziergang verbunden, die Besucherinnen können sich die "Topografie der Gemeinheit" erlaufen (oder er-radeln). Auf einer gedruckten Karte werden die Orte mit geschichtlichen Ereignissen überblendet - eine Raum-Zeit-Karte, die die Entwicklungslinien darstellt, die im Jahr 1535 im Samerrott zusammenlaufen.
Das Faltblatt wird an den Orten, in Museen und Gastwirtschaften ausliegen - es soll die praktische Funktion haben, dass man mit seiner Hilfe die Orte findet. Zugleich soll es die Orte mit dem weiteren geschichtlichen Kontext in Verbindung bringen - vom Beginn des Aufstandes der Bauern und der Forderung zum Erhalt der Allmenden 1525 bis zu den militanten Angriffen der BewohnerInnen des deutsch holländischen Grenzlands in der "Zeit des Zorns" ab 1534.
Der Weg führt die Besucher an schöne Orte, in einen gemeinschaftlich genutzten Wald, ebenso wie durch die Spuren der Zersiedelung, durch eine Betonunterführung, an einer Biogasanlage vorbei - also nicht zurück in eine romantisierbare Vegangenheit, sondern in unsere korrumpierte Gegenwart, für die die Gemeinheit vielleicht Lösungen bereit hält, die zwischendurch in Vergessenheit geraten sind.
Kino Anna Holmer:
Auf dem Hof Schulze-Holmer wurden kürzlich die historischen Gebäude mit öffentlichen Mitteln restauriert. Zwei dieser Gebäude sollen zukünftig als Museum genutzt werden - zur Geschichte des Samerrotts und zur Geschichte von Anna Holmer, Tochter des Hofs, die der Legende zufolge den flüchtigen Wiedertäufer Jan de Kuiper vor den Häschern des katholischen Bischofs von Münster versteckt und gerettet hat.
Hier möchte ich dauerhaft einen Essayfilm installieren, der Collagenhaft die Geschichte der Allmende und der sozialen Revolte des 16. Jahrhunderts erzählt, anhand der konkreten Beispiele Samerrott, Bauernkrieg, Verbindung der Gegend um die Vechte mit dem Aufstand von Münster, bis hin zu den klandestinen Widerstandsgruppen der "Batenburger" und der "Frommen Kinder von Emlichheim". Angeblich stand der Wiedertäufer Kuiper mit der Gruppe in Verbindung, die Mitte der 40erjahre des 16. Jahrhunderts Angriffe auf Klöster verübt. Dieser militante Flügel der Wiedertäufer agiert – ein singuläres Ereignis in der deutschen Geschichte vor dem 20. Jahrhundert - klandestin bis in die Achtziger Jahre des Sechzehnten Jahrhunderts hinein.
Der Essayfilm soll der zentralen Frage der Allmende nachspüren und sie Aktualisieren (stichwort: Digital Commons) - etwa durch Auseinandersetzungen mit Elinor Ostrom, die 2009 den Nobelpreis für Wirtschaft für ihre Allmendenforschung erhielt ("Governing the Commons"), und mit Toni Negri und Michael Hardt, die aktuell mit dem Buch "Common Wealth" das Ende des Eigentums als Weg aus der neoliberalen Wirtschaftskrise diskutieren.
Der Film könnte in einem spartanischen Kino automatisiert in der von außen öffentlich zugänglichen Scheune installiert werden. Zusätzlichen Reiz hat für mich, dass die heimlichen Treffen und Gottesdienste der Täufer in solchen Scheunen stattfanden. Wenn das kleine Museum realisiert wird, ließe sich der Film darin integrieren.
Rabenbaum:
Die uralte Eiche stand im Samer Rott, etwas abseits des Weges. Ihr Umfang betrug 11 m und ihr Durchmesser 3 m. Der Baum war Treffpunkt der Mahlbauern, Thingplatz und Ort des Holzgerichts, der Selbstverwaltung der Bauern.
Vor mehr als 200 Jahren brach die Krone ab, der Rest wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgefackelt. Heute sind nur noch zwei Holzstücke in einem Schaukasten erhalten.
Der Ort hat heute jede Magie verloren: es hat sich eine Menge Mobiliar dort angesammelt, zwei Plastiktonnen dienen als Mülleimer, der Holzring, der den Umfang des Rabenbaums darstellen soll, wirkt unangemessen, es gibt sogar ein Verkehrsschild.
Aus meiner Sicht müsste hier dringend aufgeräumt werden, der Ort seine Würde zurück bekommen - ohne mystisch aufgeladen zu werden. Sämtliche Möbel und Verkehrsschilder sollten aus dem direkten Umfeld entfernt werden. Den Holzring um die Eiche möchte ich durch eine Sitz-Plastik ersetzen - eine niedrige Scheibe, die als Liege, Tisch und Bank verwendet werden kann. Das Loch in der Mitte markiert den Durchmesser des alten Rabenbaums. Die Scheibe sollte so breit sein wie ein Bett, also etwa 1,50m, und so den Besuchern das Asyl bieten, das der verlorene Baum einst dem flüchtigen Wiedertäufer geboten hat und heute nicht mehr bieten kann.
Traumgesicht:
Die zentrale Skulptur, Kernstück der "Topografie der Gemeinheit", wird direkt auf bzw. in der Grenze des Samer Rotts platziert. Diese Grenze ist durch einen für die Gegend typischen, dicken "Kampwall" plastisch, fast skulpturhaft dargestellt.
In diesen Wall hinein möchte ich eine Vitrine mit einem albtraumhaften Szenario setzen: der Himmel hat sich geöffnet, Wassermassen überfluten das Land.
Der Wall trennt traditionell die privaten von den gemeinschaftlich genutzten Flächen: "Die Wallhecke, entwickelt sich in ihrem Ursprung bereits während der Eisenzeit(...). Die Verbreitung der Wallhecken ist eng mit der Verteilung der Geestgebiete verbunden und den dafür typischen Siedlungsweisen der Menschen. Die in der Geest sesshaft werdenden Bauern legen ihre Äcker auf höher gelegenen, fruchtbaren Böden an, da diese einfacher zu bewirtschaften sind. Die Gesamtheit der Äcker einer Dorfgemeinschaft wird in diesen Regionen als „Esch“ bezeichnet. Die Flächen außerhalb der Esch werden gemeinschaftlich als „Allmende“ für die Beweidung genutzt." (siehe: Doris Schupp, Hanns-Jörg Dahl: Wallhecken in Niedersachsen, 1992)
Die Sintflut entspringt einem Albtraum Albrecht Dürers. In der Pfingstnacht 1525 träumte der Nürnberger Maler, dass fill großer wassern vom himmell fillen und zwar mit einer solchen grausamkeitt mit einem ubergroßem raüschn und zersprützn und ertrenckett das gantz lant. In solchem erschrack ich so gar schwerlich das ich doran erwachett. In den 14 Tagen davor war das aufständische thüringische Bauernheer bei Frankenhausen von Landsknechten niedergemacht worden, war Thomas Müntzer hingerichtet worden, hatte der Herzog von Lothringen eine Blutspur durch den Elsaß gezogen, waren, nach groben Schätzungen, an die 100.000 Bauern erschlagen worden. Mit diesen Ereignissen wird Dürer's Albtraum gewöhnlich in Verbindung gebracht. Die Revolte hatte wenige Monate zuvor mit den in den Zwölf Artikeln formulierten Forderungen der Bauern nach Rückgabe der Wälder und der Allmenden, ihren Ausgang genommen.
Zeitleiste
Oktober 1524: Bauernaufstände in Süddeutschland - die "Revolution des gemeinen Mannes" beginnt.
Februar/März 1525: Bauern formulieren die Zwölf Artikel, in denen u.a. die Aufhebung der Leibeigenschaft (Artikel 3), die Rückgabe der Wälder (Artikel 5) und die Rückgabe der Allmenden (Artikel 10) gefordert wird.
15. Mai 1525: Schlacht bei Frankenhausen, Niederlage des aufständischen Bauernheeres, Gefangennahme Thomas Müntzers, Bauern werden von Landsknechten niedergemacht. Der Herzog von Lothringen zieht eine Blutspur durch das Elsaß, nach groben Schätzungen werden rund 70.000 Bauern erschlagen.
14 Tage später tuscht Dürer das "Traumgesicht".
1527 Täufer gründen die Brüderliche Vereynigung. Die an den Zwölf Artikeln orientierten Schleitheimer Artikel werden verfasst. Täufer werden verfolgt, erste Hinrichtungen in Zürich und Amsterdam.
1534 Täufer gewinnen Ratswahl in Münster, bringen die ganze Stadt unter ihre Kontrolle, praktizieren Gütergemeinschaft
1533 Bernhard Krechting, von Graf Bentheim eingesetzter Pastor in Gildehaus, beginnt Täuferisch zu predigen, verliert seine Stelle und geht ins aufständische Münster.
30. März: Radikale Täufer, die Batenburger, überfallen das Oldekloster bei Bolsward. Batenburger operieren im Bereich Overijssel (Fortsetzung der Vechte)
1534 Täufer gewinnen Ratswahl in Münster. Gemeineigentum und Täuferreich.
15. Juni 1535 Bischof von Münster besiegt die Aufständischen
Der Legende nach gelingt dem Täufer Jan Kuiper die Flucht. Er versteckt sich im Rabenbaum im Samerrott, wird von den Mahlbauern gefunden und von ihnen vor dem Landesherren versteckt - auf dem Hof Holmer, der noch heute existiert.
23. Januar 1536 - Krechting wird zusammen mit Jan van Leyden und Bernt Knipperdolling brutal hingerichtet (Käfige an der Lamberti-Kirche in Münster)
Als Antwort auf die Verfolgung durch die katholische Kirche bilden sich militante Widerstandsgruppen: weltliche Güter gehören Gott, Privateigentum ist Gotteslästerung. In den dreißiger Jahren sollen allein die Batenburger 800 Leute stark gewesen sein. Mitte der 40erjahre töten "Die frommen Kinder von Emlichheim" 150 Stück Vieh eines Klosters. Dieser "sozialrevolutionäre Flügel der Reformation" operiert noch rund 40 Jahre lang militant um die Vechte, im Bereich Overijssel, von Emden bis hinab nach Wesel.
Legende
An einem regnerischen Tag des Jahres 1535 kreuzen sich im Samerrott geschichtlich folgenreiche Entwicklungslinien. Der Samerott ist zu diesem Zeitpunkt in Gemeinbesitz, eine der letzten Allmenden, die von den umliegenden acht Höfen verwaltet wird. Treffpunkt dieser „Mahlbauern“ ist der Rabenbaum, eine uralte, ausgehöhlte Eiche.
Nach der Niederschlagung des Täuferreichs von Münster gelingt einem der Rebellen, Jan Kuiper, die Flucht. Im ausgehölten Rabenbaum versteckt sich der Sozialrevolutionär vor den Häschern des Bischofs.
Seine Rettung aus dem Baum wirkt wie eine Wiedergeburt: die Mahlbauern retten den Flüchtling und verstecken ihn auf dem Hof Holmer vor den Verfolgern. Die Tochter des Bauern, Anna Holmer, verliebt sich in den Täufer. Später wird Kuiper Fühlung zu einer Widerstandsgruppe aufnehmen, die zunächst unter dem Namen „Batenburger“ im Gebiet Overijssel bis hinauf nach Emden und südlich bis Wesel Attentate gegen die Herrschenden organisiert.
Besonders bekannt wird eine Gruppe die unter dem zynisch-humorvollen Namen „Die frommen Kinder von Emlichheim“ mitte der 40erjahre für Angriffe auf Klöster und Einrichtungen der Aristokratie verantwortlich zeichnet. Dieser militante Flügel der Wiedertäufer agiert – ein völlig singuläres Ereignis in der deutschen Geschichte vor dem 20. Jahrhundert - klandestin bis in die Achtziger Jahre des Sechzehnten Jahrhunderts hinein.
Mit den Aktivitäten dieser Rebellengruppe findet ein Zyklus revolutionärer Kämpfe seine aggressive Zuspitzung und sein vorläufiges Ende, der 1524/1525 mit zwölf moderaten Forderungen süddeutscher Bauern begann und kurz darauf im größten Volksaufstand in der deutschen Geschichte gipfelte.
Allmende
englisch: Commons, spanisch: Ejido
Im frühen Mittelalter gab es praktisch in jedem Dorf eine Allmende. Sie ging auf das Gemeineigentum der alten Markgenossenschaft, die „Gemeine Mark“ zurück. Vor allem in Norddeutschland waren Allmenden für die bäuerlichen Betriebe von besonderer Bedeutung. Heiden und Niedermoore dienten zur Plaggengewinnung und -düngung um einen intensiven Anbau auf Eschländereien zu ermöglichen.
Im 15. und 16. Jahrhundert eigneten sich in Deutschland und England in vielen Fällen die weltlichen Herrscher die Gemeindeflächen an, was ein wichtiger Grund für den deutschen Bauernkrieg war. Der Wegfall der Allmende führte zu wirtschaftlichen Beeinträchtigungen und Verarmung von Kleinbauern. In England rekrutierte sich dann die Arbeiterschaft in den schnellwachsenden nordenglischen Industriestädten aus der verarmten Landbevölkerung.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Intensivierung der Landwirtschaft vielfach eine Teilung der Allmenden (siehe auch Markenteilung, Separation oder 'Verkoppelung') herbeigeführt, welche juristisch nichts anderes war als völlige Veräußerung des Eigentums der Korporation an die Gemeindeglieder und zu einer frühen Form der Flurbereinigung führte.
Das ursprüngliche Rechtsgut der Allmende hat sich vereinzelt in Süddeutschland, den Alpengebieten Österreichs und der Schweiz erhalten, während in den meisten Fällen die Allmende in das Eigentum der Einzelberechtigten oder der politischen Gemeinde oder in dasjenige einer besonderen Nutzungsgemeinde (Real-, Nachbar-, Alt-, Markgemeinde) übergegangen ist.
Charakteristisch für eine Markgenossenschaft ist, dass landwirtschaftliche Nutzflächen, Wald, Bäche, Flüsse, Steinbrüche, usw. (also die „Mark“) im gemeinsamen Besitz aller Mitglieder waren. Darüber hinaus verfügte die Markgenossenschaft über eine eigene Niedergerichtsbarkeit, oft war sie keinem Grundherren untertänig. Markgenossenschaften entstanden, wenn der Landbesitz nicht an einzelne Bauern aufgeteilt wurde, sondern diese ein anteiliges Nutzungsrecht erhielten. Genossen waren ursprünglich die an der Besiedlung der Feldmark beteiligten freien Leute und danach ihre Erben.
Die Satzung oder Verfassung (Gerechtsame) einer solchen Markgenossenschaft wurde in so genannten Weistümern oder Markenrollen, Aufzeichnungen des mittelalterlichen bäuerlichen Gewohnheitsrechts, festgeschrieben. Dort war auch geregelt, wer Markgenosse (Märker) werden konnte. Auf dem jährlichen Gerichtstag (landschaftlich Märkerding, Wahlding, Thing oder Taiding genannt) versammelten sich die Schöffen der einzelnen Orte, sprachen unter einem Holzrichter Recht und wählten den Schutzvogt, der den Vorsitz im Gericht führte und die Markgenossenschaft nach außen vertrat.
Vom Recht auf Gemeinheit Ivan Illich, 1980
Die Verfassung der Allmende - Governing the Commons Elinor Ostrom, 1990
"This is the most influential book in the last decade on thinking about the commons.
For those involved with small communities...located in one nation, whose lives depend on a common pool of renewable resources....Governing the Commons has been the intellectual field guide."
Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009 erhält Elinor Ostrom
vor allem für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Bewirtschaftung von
Allmendegütern und der institutionellen Regulierung der Nutzung natürlicher Ressourcen.
Common Wealth - Das Ende des Eigentums Toni Negri, Michael Hardt, 2009
In der momentanen Krise wächst das gesellschaftliche Unbehagen am Kapitalismus. Viele Menschen fragen jetzt nach einer menschlicheren Alternative des Zusammenlebens. Eine Gesellschaft jenseits von Maximen wie Profit, Konkurrenz und Besitzdenken – ist das möglich? Michael Hardt und Antonio Negri, Autoren des Bestsellers »Empire«, entwickeln in ihrem neuen großen Werk einen provozierend optimistischen Gesellschaftsentwurf. Dieser beruht nicht mehr auf dem neoliberalen Gegensatz von Privatbesitz und öffentlichem Eigentum, sondern auf der Idee des Gemeinsamen (»common«). Ressourcen wie Wasser, Luft und Pflanzen und immaterielle Güter wie Wissen und Information gehören uns allen. Wenn wir sie teilen, wird der Weg frei für eine gerechtere Gesellschaft, an der alle partizipieren können. Im Streit um das politische Profil des 21. Jahrhunderts bieten die Autoren ein zentrales Gegengewicht zu all jenen, die uns weismachen wollen, dass die derzeitige Politik- und Wirtschaftsform die einzig mögliche sei.