Die Stadt ist unsere Fabrik, Christoph Schäfer, 2010, 308 pages, 28 €,

ISBN: 978-3-940064-95-0

Spector Books

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Lesungen/Präsentationen:

April 5: Die Stadt ist unsere Fabrik Vortrag / Buchvorstellung, 19 Uhr, Würtembergischer Kunstverein Stuttgart

März 24: Die Stadt ist unsere Fabrik Vortrag / Buchvorstellung, 19 Uhr, Salon für Kunstbuch, Mondscheingasse 11 A, Wien

März 18: Die Stadt ist unsere Fabrik Vortrag, Recht auf Stadt Kongress, 21 Uhr Zakk, Fichtenstr. 40, Düsseldorf

März 11 - Mai 14: Installation für KÜNSTLERISCHE KOMMUNIKATION UND INTERVENTION IM SOZIALEN RAUM. Vier Beispiele <rotor> Graz, Österreich

März 11 + 12: Vortrag bei KONFERENZ Annenviertel! Die Kunst des urbanen Handelns, Theater im Bahnhof, Elisabethinergasse 27a, 8020 Graz

January 30: 11:00 Gedankengut mit Yvonne P. Doderer im Malersaal - Deutsches Schauspielhaus

November 27: Copenhagen,
Folkets Hus, 15:00

November 26: Odense
Det Fynske Kunstakademi / Funen Academy, 13:00

November 25: Holbaek
Kunsthøjskolen i Holbæk, 20:00

November 23: Aarhus
Det Jyske Kunstakademi / The Jutland Art Academy, 19:00

November 18: Berlin, Hebbel am Ufer (HAU1) mit b-books, 20:00

June 23: Black Box, Belfast, Ireland, 18-22 Hill Street, Belfast, BT1 4EF www.blackboxbelfast.com

Plymouth, 27. Mai, AESTHETICS IN A TIME OF EMERGENCY? – beyond the relational-aesthetic paradigm SYMPOSIUM, Lewinsky Building, University of Plymouth

Kingston University London, 26. Mai, 10:30, Arts Faculty

Hamburg, 16. April
Gängeviertel

Hamburg, 26. März
Pudelsalon, Golden Pudel Klub, 20 Uhr

Berlin, 24. März
Pro m2

Leipzig, 19. März
Café Pilot im Central-Theater, 20 Uhr

Inhalt/Content:

#1: Lefebvre 4 Kids

# 2: Der angeeignete Raum / Appropriated Space

# 3: 1979: Grande Latte - Die Stadt ist unsere Fabrik / The City is our Factory

# 4: Schwarze Löcher / Black Holes

# 5: Hamburg - Die "Wachsende Stadt" mit Projekten umstellen / Surrounding the "Growing City" with Projects

#6: Der Abend den ich gerne als Film hätte / The evening I would like to have on Film

 

 

 

English

Etwas hatte sich verändert...

...als wir begannen, Pappbecher mit heißer Milch und Kaffee durch die Straßen zu tragen.

Vielleicht schon etwas früher: Leute berichten, dass Manchester sich in dem Moment zu regenerieren oder sagen wir: sich neu zu erfinden begann, als der erste Wirt Stühle auf die verregneten Straßen der nordenglischen Industriestadt stellte, also Ende der 80er.

Bei mir hatte es im Café Regenbogen angefangen. Dort gab's die Radikal zu lesen und es war 1983. Klar war dieser Kaffeetrinkhabitus von der Pariser Bohème und existentialistischen Straßencafès beeinflusst. Konsequenterweise hieß das Getränk Café au Lait und wurde in weißen Schalen serviert.

Etwas davon (Bohème, Literatur) mußte sich nach Amerika transportiert haben und in die Gründung von Starbucks (Seattle) eingeflossen sein. Mein erster Starbucksbesuch war ausgerechnet in Wien.

Das indische Gegenstück dazu heißt Barista. Der in Kalkutta's Park Street hat 2003 eine akustische Gitarre, die man aus einer Wandaufhängung nehmen kann, daneben ein Schild mit der Aufschrift "Play me".

Der Moment, wenn die Dinge anfangen, einen anzusprechen, und einen aufforden zum mitmachen. Wenn etwas im Laden ist, das über den Konsum hinausgeht. Das Café als Bühne - mehr als das: der Gast als Produzent.

Die Verheißung einer Welt, die darauf wartet, von mir gestaltet zu werden; in der meine Gedanken, Vorlieben, Ideen eine Resonanz finden könnten. Eine Welt die offen dafür ist, dass ich sie mir aneigne.

All das sagt die indische Gitarre zu mir. Und etwas anderes. Sie gibt sehr genau den Rahmen vor, in dem meine Mitwirkung gefragt ist. Indem sie "Spiel mich" sagt, spricht sie darüber, dass der Rest des Ortes nicht darauf wartet, bespielt zu werden. Dieses Café ist kein Spiel und hat keine Poesie und braucht deine Poesie. Lass sie hier. Stell sie in den Kontext dieses Cafés. Hier ist Deine Kreativität nicht peinlich sondern legitim. Trag sie nicht einfach auf die Straße - stell sie in diesen Bedeutungserzeugungszusammenhang.

Räume ermutigen zu Handlungen. Sie verbieten andere Handlungen. Ich schreibe diese Zeilen in ein Skizzenbuch in einem Café im Schanzenviertel, in dem sich einmal die Hamburger Schule traf. Die Stadt ist unsere Fabrik.

 

 

Christoph Schäfer, Die Stadt ist unsere Fabrik - The City is Our Factory,

Spector Books, Leipzig 2010, ISBN: 978-3-940064-95-0

Saloon La Realidad